Merle Herwig vertritt die Fechtabteilung des VfL 1860 Marburg
Von Ende Februar bis Anfang März fanden im türkischen Antalya die Europameisterschaften im Fechten der Kadetten (U17) und Junioren (U20) statt. Merle Herwig vom VfL Marburg war mit von der Partie und durfte Deutschland im Damenflorett in beiden Altersgruppen vertreten. Zuerst stand der Wettkampf der Kadetten auf dem Plan. Merle ging aufgeregt und nervös ob der einschüchternden Kulisse und Bedeutung des Turniers in die Vorrunde, musste aber nur ein Gefecht verloren geben. Auf Platz 23 gesetzt ging Merle dann in die Direktausscheidung der besten 64. Dort ließ sie ihrer polnischen Gegnerin keine Chance und qualifizierte sich mit einem 15:4 Sieg für die besten 32. In einer Neuauflage des Vorrundengefechts gegen ihre französische Konkurrentin musste sich Merle nach ausgeglichenem Start leider doch erneut geschlagen geben. Mit Platz 23 setzte Merle ein Achtungszeichen, konnte ihr volles Potential aber an diesem Tag nicht abrufen. Marie Bach (Fechtclub Radebeul) und Florentine Grund (Dresdner FC) mussten sich in derselben Runde geschlagen geben und belegten die Plätze 17 und 18. Als an diesem Tag beste deutsche Fechterin zog Emma Klostermann (KTF Luitpold München) ins Achtelfinale ein und verpasste mit Platz 9 knapp das Viertelfinale.
Darauffolgend stand für das U17-Quartett der Mannschaftswettbewerb an. Aufgrund der Vorrundenergebnisse war das Team Germany auf Platz 5 für die Direktausscheidung gesetzt. Hochkonzentriert gelang der 45:38 Auftakterfolg gegen Griechenland. Im Viertelfinale entspann sich ein spannendes Gefecht gegen die Fechterinnen aus Polen. Nach anfangs wechselnder Führung konnten sich die Polinnen nach und nach einen 7-Punkte Vorsprung für das letzte Gefecht sichern. Merle nahm das Gefecht gegen die Silbermedaillengewinnerin im Einzel an und begann, Treffer um Treffer aufzuholen. Trotz eines 10:5 Einzelergebnisses, gelang es der Polin doch noch, den Siegtreffer zu setzen und das deutsche Quartett mit 43:45 knapp zu schlagen und ihren Weg zu einer weiteren Silbermedaille fortzusetzen. In den Platzierungsgefechten konnte dann zunächst Frankreich klar mit 45:37 geschlagen werden. Im Gefecht um Platz 5 erwartete die vier Mädchen ein weiterer Krimi gegen die Ukraine. Es begann erneut knapp mit wechselnder Führung und Merle sah sich für das Schlussgefecht erneut einem 6-Punkte Rückstand gegenüber. Treffer um Treffer kam Merle langsam an die ukrainische Schlussfechterin heran und schaffte es, zum 44:44 auszugleichen. Am Ende konnte sich die Ukraine dann doch noch den Schlusstreffer sichern, sodass die deutschen Florettfechterinnen auf Platz 6 verwiesen wurden. Alle vier haben Gefechte auf hohem Niveau gezeigt und die Nachwuchsarbeit des Deutschen Fechterbundes unterstreichen können.

Zusätzlich hatte Merle die Gelegenheit, auch bei der U20 mitzumischen. Mit weniger Druck als zuvor musste sie auch nur ein Gefecht der Vorrunde verloren geben. Am Ende konnte sie als beste deutsche Teilnehmerin einen guten Platz 22 aus der Direktausscheidung mitnehmen. Lucia Arnela (FC Tauberbischofsheim) erkämpfte Platz 32, während Veranika Seiffert (SC Berlin) und Lea Zoni (FC Halle) die Plätze 37 und 42 belegten. Als letztes Stand der Mannschaftswettbewerb der U20 an. Das deutsche Quartett musste zunächst eine knappe 44:45 Niederlage gegen Großbritannien hinnehmen. In den Platzierungsgefechten sicherten sich die vier Platz 11.